Ausgabe Nr. 96/2 vom 15. April 1996 (Förderer der Universität, S. 15)
(red.) 1986 hat der Osnabrücker Unternehmer Wilhelm
Karmann Vermögen und Zweck seiner zu Ehren seines Vaters
gegründeten Stiftung erweitert, um auch die Förderung
der Universität einschließen zu können. Mit der
Anschaffung eines Steinway-Konzertflügels für das
Fachgebiet Musik/Musikwissenschaft im Fachbereich Erziehungs-
und Kulturwissenschaften begann die Stiftung ihre intensive
Fördertätigkeit an der Hochschule und ist, so der
Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr.
Rainer Künzel, in den vergangenen zehn Jahren immer wieder
"schnell und unbürokratisch eingesprungen, wenn es darum
ging, das universitäre Niveau im Lehr- und
Forschungsbetrieb abzusichern." Zum Engagement der
Karmann-Stiftung und ihres Stifters Wilhelm Karmann, der die
Universität immer wieder auch mit zusätzlichen
finanziellen Mitteln der Wilhelm Karmann GmbH unterstützt
hat und 1993 mit der Ehrensenatorwürde ausgezeichnet
wurde, erklärte der Präsident weiter:
"Als die Universität Osnabrück 1973 gegründet
wurde, zeichnete sich nur undeutlich ab, welchen Stellenwert
die junge Hochschule schon bald für die Entwicklung der
Stadt und der Region erhalten sollte. Mit seinem
unternehmerischen Weitblick erkannte Wilhelm Karmann vor vielen
anderen, daß die Universität über ihre
Bildungs- und Ausbildungsfunktion hinaus eine entscheidende
Impulsgeberin für das kulturelle und wirtschaftliche Leben
der Osnabrücker Region sein würde. Mit der Aufnahme
der Hochschule in die Förderziele der Stiftung hat Wilhelm
Karmann ein Signal gesetzt: In der Folgezeit begannen sich auch
zahlreiche andere Wirtschaftsunternehmen in der Region für
"ihre Universität" zu engagieren.
Zehn Jahre lang hat die Stiftung die Universität
Osnabrück nunmehr nachhaltig gefördert. Dabei wurden
nicht nur die Wissenschaftler unterstützt, die
Förderung ist immer auch den Studierenden der
Universität zugute gekommen. Die Beschaffung von
Fachliteratur ist dafür ein Beispiel: Die Karmann-Stiftung
trägt seit Jahren dazu bei, hier Defizite auszugleichen.
Andere Förderprojekte wirken dagegen eher im Verborgenen -
wie die "schnelle" Glasfaserverkabelung, die das Institut
für Semantische Informationsverarbeitung und das Institut
für Umweltsystemforschung mit internationalen
Rechnernetzen verbindet.
In welchen Bereichen die Karmann-Stiftung und Wilhelm Karmann
auch immer gefördert haben, eines ist für alle
Projekte kennzeichnend: Die Hilfe in Not wurde gewährt,
ohne jemals Einfluß auf die Entscheidungen der Hochschule
nehmen zu wollen. Wilhelm Karmann hat stets das Gemeinwohl vor
das möglicherweise anders gelagerte Privatinteresse
gesetzt."
(red.) Mit Hilfe der Karmann-Stiftung konnten in den
vergangenen zehn Jahren realisiert werden:
Konzertflügel Steinway (Fachbereich Erziehungs- und
Kulturwissenschaften), Fachliteratur (Institut für Finanz-
und Steuerrecht, Institut für Internationales Privatrecht
und Rechtsvergleichung, Institut für Europarecht und
Institut für Kommunalrecht (Fachbereich
Rechtswissenschaften), Pflanzen und Forschungsmikroskop
für den Botanischen Garten (Fachbereich Biologie/Chemie),
Großkopieranlage und Workstation Künstliche
Intelligenz mit Software (Fachbereich Sprach- und
Literaturwissenschaft) und EDV-Vernetzung (Institut für
Semantische Informationsverarbeitung und Institut für
Umweltsystemforschung).
Unterstützt wurden der Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften, das Erich Maria Remarque-Archiv, der
Osnabrücker Friedenstag und die Osnabrücker
Friedensgespräche sowie die Organisation von
wissenschaftlichen Veranstaltungen und die Herausgabe von
Publikationen der Hochschule. Die Karmann-Stiftung hat der
Universität Osnabrück außerdem einen
Exkursionsbus mit Anhänger zur Verfügung gestellt und
sich an der Finanzierung des Gästehauses beteiligt.