Ausgabe Nr. 96/3 vom 1. Juni 1996
(Hochschulpolitik/Forschung, Lehre, Studium, S. 1/2)
Forschung erleben 1996: Die Uni Osnabrück öffnet
ihre Türen
Vorführungen, Vorträge und Demonstrationen
für die Bürger der Region
(red.) Universitäten bilden Studierende aus -
aber was passiert sonst noch an den Hochschulen? Am Sonntag,
16. Juni 1996, wird die Universität Osnabrück allen
interessierten Bürgerinnen und Bürgern von Stadt und
Region Osnabrück eine Antwort auf diese Frage geben:
Zwischen 9 und 17 Uhr werden Wissenschaftler der Hochschule
ihre Forschungsprojekte vorstellen, Einblicke in Labore und
Werkstätten gewähren und den Besuchern Rede und
Antwort stehen. Die Veranstaltung "Forschung erleben 1996" soll
Unterhaltung bieten, sie hat aber auch einen ernsten
Hintergrund. Prof. Dr. Rainer Künzel, Präsident der
Universität Osnabrück: "In der deutschen
Öffentlichkeit besteht eine starke Skepsis gegenüber
den Risiken und Möglichkeiten der modernen Forschung.
Gleichzeitig werden Wissenschaft und Forschung mehr und mehr
als bloße Wirtschaftsfaktoren betrachtet, Wissen soll
möglichst rasch und gewinnbringend verwertet werden. Diese
Tendenzen behindern vor allem die Grundlagenforschung in
Deutschland. Sie haben dazu geführt, daß wichtige
Forschungsgebiete im Ausland bearbeitet werden und die
öffentlichen Gelder zunehmend in die anwendungsbezogene
Forschung fließen."
Der Uni-Präsident weiter: "Die Grundlagenforschung ist
als verpflichtende Aufgabe in den Universitäten verankert.
Sie liefert die grundsätzlichen Analysen, die notwendig
sind, um in einer immer komplexer werdenden Umwelt Probleme
verantwortungsbewußt lösen zu können." Sie sei
zugleich Voraussetzung für die Ausbildung
hochqualifizierter Arbeitskräfte für nahezu alle
Bereiche der bundesdeutschen Wirtschaft, vor allem auch
für den Forscher- und Hochschullehrernachwuchs. Um die
Leistungsfähigkeit und die Bedeutung der
Hochschulforschung in der Öffentlichkeit zu vermitteln,
hat die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bundesweit alle
Universitäten und Fachhochschulen zu den "Tagen der
Forschung" aufgerufen.
Das Programm an Vorträgen, Führungen, Demonstrationen
und Präsentationen, das die Universität
Osnabrück bietet, ist breit gefächert: In der Physik
wird es um die Herstellung und Anwendung spezieller Kristalle
gehen, die unter anderem in der optischen Nachrichtentechnik
eingesetzt werden können. Die Biologen fragen nach der
Intelligenz von Bakterien. Die Informatiker stellen
Multimedia-Werkzeuge vor sowie Computerprogramme, mit denen
Warenabsatz-Prognosen möglich werden, und die
musikgeschichtliche Forschung befaßt sich mit
Kompositionen, die sich auf den Westfälischen Frieden von
1648 beziehen. Insgesamt rund 40 Programmpunkte - von
römischen Inschriften und den Ausgrabungen in Kalkriese
über die Computerlinguistik bis hin zur
Umweltsystemforschung und der Recherche im Internet - erwarten
die Besucher an den Uni-Standorten Innenstadt und
Westerberg.
Für das leibliche Wohl sorgt das Studentenwerk
Osnabrück, das zwischen 10 und 15 Uhr in seinen Mensen und
Cafeterien am Schloßgarten und am Westerberg Verpflegung
und Erfrischungen anbieten wird. Von 9.45 bis 17.15 Uhr besteht
außerdem ein kostenloser Buspendelverkehr zwischen dem
DGB-Haus am Neuen Graben und der Barbarastraße (Ecke
Sedanstraße). Die Busse fahren jeweils halbstündlich
an beiden Haltestellen ab.
Geplant ist außerdem ein kleines Rahmenprogramm. So wird
das Fachgebiet Geographie am Sonnabend, 15. Juni 1996, zwischen
10 und 13 Uhr seine Klimameßstation auf dem Nikolaiort
vorstellen. Um 22 Uhr zeigen dann Studierende der Fachgebiete
Kunst/Kunstpädagogik (Spiel/Bühne) und
Musik/Musikwissenschaft auf der Terrasse des Osnabrücker
Schlosses Maskenspiele.
Programmübersicht: "Forschung erleben 1996" am 16.
Juni an der Universität Osnabrück
Schloß (Neuer Graben), Hauptgebäude
Römische Inschriften in Deutschland
Die Ausgrabungen in Kalkriese und ihre wissenschaftliche
Bedeutung
Musikalische Analyse und ihre Darstellung am
computergesteuerten Flügel
Musik zum Westfälischen Frieden. Auffindung,
Einordnung, Edition und Aufführung von Werken mit Bezug
zum Friedensschluß von 1648. Wie arbeitet die
musikgeschichtliche Forschung?
Interaktive CD-ROM "Chinesische Musikinstrumente":
Systematische und multimediale Erfassung chinesischer
Musikinstrumente in Text, Bild, Ton und Video
Erweiterungsgebäude (Seminarstraße 20)
Frühe Eltern-Kind-Interaktionen und deren
Einfluß auf spätere Entwicklungsverläufe
Das Audio-Visuelle Medienzentrum zeigt Studiobetrieb,
Eigenproduktionen, studentische Arbeiten und
universitäre Projekte
Was umschreibt und konnotiert der Begriff "Heiliges
Land"? Fragen der Palästinaforschung innerhalb der
Bibelwissenschaften
Ritterstraße 10
Verpflegung und Erfrischung
Universitätsbibliothek (Alte Münze/Kamp)
Recherche über CD-ROM und Internet
Präsentation historischer Forschung am Beispiel des
"Arbeitslagers Mittelbau - Dora"
Titgemeyer-Gebäude (Seminarstraße 33)
Zur Thematik der Differenz bei Hegel und im
Neostrukturalismus (Derrida und Deleuze)
Vor der Interaktion: Zum Einfluß der physische
Attraktivität und der Geschlechtsrollenorientierung auf
den Wunsch zur Kommunikation
Welche kulturgeschichtliche und alltagskulturelle
Be-deutung besitzen Kleidungsstücke und
Accessoires?
Graphik - ein Schwerpunkt künstlerischer und
kunstpädagogischer Forschung
Altes Kreishaus (Neuer Graben 40)
Modellierung orthographischer Prozesse: Können
orthographische Formen auf der Grundlage der gesprochenen
Sprache erzeugt werden?
Heger-Tor-Wall 9
"Zurück in die berufliche Zukunft". Wie kann ein
integriertes Weiterbildungs- und Beratungsangebot zum
beruflichen Wiedereinstieg für Akademikerinnen
unterschiedlicher Professionen aussehen?
Heger-Tor-Wall 14
Umweltzertifikate oder Besteuerungslösungen?
Wirkungen auf Umwelt, Wachstum und Struktur der
Wirtschaft
Rechtsquellen im Internet
Historische Grundlagen der gegenwärtigen Integration
Deutschlands in ein gemeinsames Europa
Anbieter- und Konsumentenreaktionen auf
Verschärfungen im Produkthaftungsrecht
Katharinenstraße 3
Der rechnergestützte Arbeitsplatz des Managers: Wie
kommt der Mittelstand zu schnelleren, besseren und im Betrieb
höher akzeptierten Entscheidungen?
Entwicklung ganzheitlicher Problemlösungen im
Bereich des Informationsmanagements und der
Unternehmensführung, besonders: Produktionsplanung und
-steuerung sowie Qualitätsmanagement
AVZ (Westerberg, Albrechtstraße 28)
Netzwerk zur wissenschaftlichen Information und
Kommunikation in der Mathematik
Was Sie schon immer über MultimediaWerkzeuge wissen
wollten!
Prognose von Verkaufszahlen mit neuronalen Netzen:
Läßt sich die Zukunft voraussagen?
Bildverarbeitung mit neuronalen Netzen: Was können
Radarluftaufnahmen heutzutage tatsächlich sehen?
Moderne Regeltechnik und Gebäudeleittechnik am
Beispiel der Universität Osnabrück
Verpflegung und Erfrischung
Physikgebäude (Westerberg, Barbarastraße 7)
Optische Nachrichtentechnik: Von den Rauchzeichen zur
Glasfaser
Herstellung, Untersuchung und Anwendung von Kristallen
unter anderem für die optische Nachrichtentechnik
Biologiegebäude (Westerberg, Barbarastraße
11)
Intelligenz bei Bakterien?
Biologische Forschung in Osnabrück
Umweltsystemforschung (Artilleriestraße 34)
Entlastung privater Trinkwasserbrunnen in Stadt und
Landkreis Osnabrück
Negawatt statt Megawatt - Bausteine eines Umweltkonzepts
der Universität
Chaos und Vorhersage? Was "können" Computermodelle
im Umweltschutzbereich?
Informationsverarbeitung (Sedanstraße 4)
Wird mein PC mich demnächst wirklich verstehen?
Anwendungsbeispiele der Künstlichen Intelligenz und der
Computerlinguistik: Sprach- und Wissensverarbeitung
Sprachen lehren und lernen, Rechtschreibung begreifen -
alles mit Computerlinguistik und Künstlicher
Intelligenz
Programme sind erhältlich in den Filialen der
Stadtsparkasse, im Buchhandel, bei der
Pressestelle.