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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 96/4 vom 10. Juli 1996 (Forschung, Lehre, Studium, S. 4)

Internationalisierung an der Uni

SOCRATES bündelt europäische Aktivitäten auf dem Gebiet der Bildung

Von Constanze Müller

Die internationale Zusammenarbeit ist schon immer eines der Grundelemente von Wissenschaft und traditionell auch ein konstitutiver Bestandteil der bundesdeutschen Hochschulinstitutionen gewesen. In einer Zeit jedoch, die durch wissenschaftlich-technologische Innovationen mit bedeutenden grenzüberschreitenden Auswirkungen und durch politische Umbrüche gekennzeichnet ist, steht die Ausbildung an deutschen Hochschulen vor neuen Herausforderungen. Die Internationalisierung wird für die Konkurrenzfähigkeit der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Bereich von Lehre und Studium ist die Öffnung der Hochschulen durch die Instrumente Auslandsstudium, Ausländerstudium und Internationalisierung der Studieninhalte fortzuentwickeln. Die Hochschulen werden dabei durch Förderprogramme der Europäischen Union (EU) unterstützt.
ERASMUS, COMENIUS, LINGUA und LEONARDO DA VINCI sind gängige Bezeichnungen für die Aktionsprogramme im Bildungswesen. Nun ist die Liste mit SOCRATES um eine neue Generation von Förderprogramm erweitert worden: SOCRATES faßt alle Arten und Stufen der allgemeinen Bildung in einem einzigen Programm zusammen.
Was bedeutet SOCRATES für ERASMUS, das bisherige Aktionsprogramm für die Hochschulbildung? ERASMUS macht im Rahmen des SOCRATES-Programms einen Neuanfang. Zwar werden bewährte Aktivitäten wie die Studenten- und Dozentenmobilität fortgesetzt, ergänzend sind jedoch neue Aspekte hinzugekommen: Gefördert werden jetzt unter anderem auch Intensivprogramme, Lehrplanentwicklung oder integrierte Sprachkurse. Um an SOCRATES teilhaben zu können, mußte die Universität Osnabrück bis zum 1. Juli einen Hochschulantrag bei der EU einreichen. Die Federführung lag dabei beim Akademischen Auslandsamt.
Eine weitere Änderung: Konnten Professoren oder Fachbereiche bisher selbst Einzelanträge bei der EU stellen, wird dies nun durch einen Vertrag zwischen der jeweiligen Hochschule und der EU abgewickelt. Damit will die EU erreichen, daß die Hochschulen ihre Kooperationsaktivitäten bündeln und in ein Gesamtkonzept als Arbeitsprogramm integrieren. Auf der Grundlage des Vertrages mit der EU übernimmt die Hochschule die Verantwortung für ihre Aktivitäten. Welche Internationalisierungs-Marschroute jede Hochschule wählt, bestimmen die Fachbereiche mit ihren Projekten.
Für Osnabrück wurden folgende Ziele formuliert: Steigerung der Studentenmobilität, Erhöhung der Transparenz des Studienangebots für ausländische Studierende, Förderung der Europäischen Dimension in der Lehre, Ausbau der Fremdsprachenkompetenz und Entwicklung von postgradualen Studienangeboten.

Constanze Müller ist Mitarbeiterin im Dezernat Hochschulentwicklungs- und Strukturplanung der Universität Osnabrück.


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