Ausgabe Nr. 96/4 vom 10. Juli 1996 (Hochschulpolitik,
S.1/2)
Erste Überlegungen zum Strukturkonzept
Diskussionsrunde der Gutachter
(red.) Die 16 externen Gutachter, die seit dem
Frühjahr an einem Konsolidierungskonzept für die
Universität Osnabrück mitarbeiten, haben in einer
Klausurtagung Anfang Juli Grundzüge für mögliche
strukturelle Maßnahmen an der Hochschule diskutiert.
Über die zentralen Punkte hat der Präsident der
Universität Osnabrück, Prof. Dr. Rainer Künzel,
den Senat am 3. Juli informiert. Dabei handelt es sich, so
Prof. Künzel, um "vorläufige und nur grob umrissene
Überlegungen". In der letzten Juli-Woche werden die
Gutachter ihre abschließenden Empfehlungen schriftlich
vorlegen, bis Ende September sollen die Fachbereiche und die
Bereichskommissionen dazu ihr Votum abgeben.
Während der Tagung sind folgende Empfehlungen
diskutiert worden:
Beibehaltung der Lehramtsausbildung mit dem bisherigen
Fächerspektrum; eingestellt werden sollten aber die
Teilstudiengänge Textiles Gestalten für Grund-,
Haupt- und Realschule sowie der Teilstudiengang Latein
für das Lehramt an Gymnasien. Die Fachdidaktiken
müßten sich im Sinne einer empirischen Lehr- und
Lernforschung als wissenschaftliche Disziplinen
profilieren.
Einstellung des Lehramtes an berufsbildenden Schulen mit
den Fachrichtungen Gesundheit und Körperpflege; die
Fachrichtung Pflege sollte nicht mehr eingerichtet werden.
Empfohlen wird auch die Einstellung des
Weiterbildungsstudiengangs für Lehrpersonen an Schulen
des Gesundheitswesens.
Schließung des Diplomstudiengangs
Sozialwissenschaften und Reduktion der Sozialwissenschaften
um die Sozialökonomie; statt dessen Profilierung der
Soziologie und Politikwissenschaft. Alle übrigen
Diplomstudiengänge sollten bestehen bleiben, neu
hinzukommen müsse der Diplomstudiengang Chemie.
Einstellung der Literaturwissenschaft, der
Medienwissenschaft und der Editionswissenschaft zugunsten
einer Profilierung und Stärkung der Philologien am
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft.
Konzentration des Magisterstudiengangs
Erziehungswissenschaft auf eine Studienrichtung mit einem
besonderen wissenschaftlichen Profil.
Zur Stellenstruktur haben die Gutachter in der
Diskussionsrunde angeregt, Dauerstellen im wissenschaftlichen
Mittelbau der Nachwuchsförderung zur Verfügung zu
stellen. In den praxisorientierten Fächern Kunst, Musik
und Sport sollten nur im wissenschaftlich-systematischen
Bereich Professuren bereitgestellt werden. Die anderen,
praktisch ausgerichteten Ausbildungsanteile könnten
überwiegend von befristet beschäftigtem Personal
wahrgenommen werden.
Zum Abbau bzw. Ausbau von Stellen haben die Gutachter
noch keine Aussagen getroffen. Möglicherweise werden sie
eine moderate Ausbauempfehlung für die Chemie, die
Rechtswissenschaften und die Psychologie abgeben.