Ausgabe Nr. 96/4 vom 10. Juli 1996 (Forschung, Lehre,
Studium, S. 3)
(red.) In der Förderung qualifizierter
Nachwuchswissenschaftler gibt es "erhebliche Versäumnisse
der Politik". Das hat der Präsident der Universität
Osnabrück, Prof. Dr. Rainer Künzel, kritisiert.
Während der Auftaktveranstaltung zu "Forschung erleben
1996" sagte er: "Der bevorstehende Generationswechsel in der
Professorenschaft ist völlig unzureichend vorbereitet
worden, so daß wir - zumindest in qualitativer Hinsicht -
mit teilweise erheblichen Engpässen bei der
Wiederbesetzung von Professuren rechnen müssen." Da es nun
auch keine "wundersame Geldvermehrung" geben werde, regte Prof.
Künzel an, die Planungen des Wissenschaftsministeriums
sorgfältig zu prüfen, wonach die Gehaltssummen von
Stellen für Nachwuchswissenschaftler großenteils in
Stipendien verwandelt werden sollen. Dadurch ließe sich
die Zahl der Doktoranden deutlich erhöhen, außerdem
könnten die Anschlußstellen für Habilitanden
ausgebaut werden. Zugleich forderte der Uni-Präsident, die
Doktorandenausbildung künftig in Form eines
Graduiertenstudiums zu organisieren.
Die Uni-Veranstaltung "Forschung erleben" fand am 16. Juni im
Rahmen der bundesweiten Forschungstage statt, zu denen die
Hochschulrektorenkonferenz aufgerufen hatte. Rund 3.000
interessierte Osnabrücker Bürger nutzten die
Möglichkeit, sich an der Universität Osnabrück
über verschiedene Forschungsprojekte zu informieren.
Zahlreiche Wißbegierige lockte auch der Info-Stand an,
den das Fachgebiet Geographie am Tag zuvor auf dem Nikolaiort
aufgebaut hatte. Mit einem Maskenspiel stellten sich auf der
Schloßterrasse Studierende der Kunst und der Musik vor.
Die Auftaktveranstaltung am 14. Juni stand ganz im Zeichen des
Dialogs von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.