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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 96/5 vom 15. Oktober 1996 (Tagungen/Termine, S. 8)

Hauterkrankungen: Prävention hilft

Studie belegt Rückgang der Neuerkrankungen im Friseurhandwerk

(red.) Die Zahl der berufs- und umweltbedingten Hauterkrankungen hat sich in den vergangenen 20 Jahren in den Industriestaaten mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist jedoch durch gezielte, wissenschaftlich fundierte Vorbeugung nicht nur zu stoppen, sondern sogar umkehrbar. Das erklärten der Osnabrücker Umweltmediziner und Dermatologe, Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schwanitz, und der Vertreter der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), Dr. Stephan Brandenburg (Bochum), auf der vierten Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, die Anfang Oktober an der Universität Osnabrück stattgefunden hat.

Dr. Brandenburg: "Den Beweis liefern die von unserer Berufsgenossenschaft seit 1991 mit rund 2,3 Millionen DM mitfinanzierten wissenschaftlichen Projekte im Bereich der Hauterkrankungen im Friseurhandwerk, die die Liste der Berufskrankheiten mit Abstand anführen. Mit einem Bündel von Präventionsmaßnahmen, die im Rahmen dieser Projekte in der Arbeitsgruppe Gesundheitswissenschaften der Universität Osnabrück entwickelt wurden, konnten die jährlich fast 4.000 Neuerkrankungen - vor allem krankhafte Hautveränderungen an den Händen - bei rund 200.000 Beschäftigten im Friseurhandwerk um ein Viertel reduziert werden." Für die Berufsgenossenschaft bedeute dies einen Rückgang der Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen von 55 Millonen DM im Jahr 1994 auf deutlich unter 50 Millionen DM im Jahr 1996, so Dr. Brandenburg. Für die 55.000 Friseurbetriebe in der Bundesrepublik rechne sich das Engagement in der Vorsorge noch deutlicher. Für den einzelnen Beschäftigten müsse der Betriebsinhaber heute statt der rund 900 DM Jahresbeitrag im Jahr 1994 nur noch rund 600 DM in die Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft einzahlen.

Zu dem von der Arbeitsgruppe Gesundheitswissenschaften entwickelten und getesteten Maßnahmenkatalog gehört auch ein Modellvorhaben, das aus einer gesundheitspädagogischen Beratung im einzelnen Betrieb und einer fachärztlichen Betreuung besteht und in den kommenden zwei Jahren bundesweit umgesetzt werden soll. In einem zweiten von der BGW mitfinanzierten Forschungsvorhaben untersuchen die Dermatologen an der Universität Osnabrück Hautbelastung und Hautempfindlichkeit, um gezielte Empfehlungen für den Hautschutz aussprechen zu können. Prof. Schwanitz: "Es geht nicht nur darum, die gigantischen finanziellen Belastungen im Gesundheitsbereich zu reduzieren, es ist auch gelungen, die Zahl der Berufsabbrecher im Friseurhandwerk von 27 Prozent im Jahr 1989 in Niedersachsen auf 16 Prozent in diesem Jahr zu senken. Da geht es um viele Einzelschicksale


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