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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 96/5 vom 15. Oktober 1995 (Tagungen/Termine, S. 9)

Die Zufluchtsorte einer Dichterin

Ausstellung und Arbeitstagung über Gertrud Kolmar (1894 - 1943)

(red.) Sie gilt als eine der herausragenden Dichterinnen dieses Jahrhunderts, die aber - abseits des Literaturbetriebs - auch heute noch wenig bekannt ist: Gertrud Kolmar (1894 - 1943) ist jetzt eine Ausstellung und eine Arbeitstagung gewidmet, die am Freitag, 1. November 1996, an der Universität Osnabrück stattfindet. Die Literaturwissenschaftlerin und Leiterin der Tagung, Prof. Dr. Chryssoula Kambas: "Erst in den letzten Jahren hat eine fundierte wissenschaftliche Darstellung von Leben und Werk für eine breitere Aufmerksamkeit gesorgt. Noch immer bietet das nicht leicht zugängliche Schaffen von Gertrud Kolmar aber vielfältige Forschungsaufgaben." Nach Angaben von Prof. Kambas wird es insbesondere Aufgabe der Tagung sein, neue Arbeitsperspektiven zu erschließen und dazu auch unterschiedliche methodische Herangehensweisen zu diskutieren.

Zu der Tagung "Gertrud Kolmar: Dichtung und Biographie" hat Prof. Kambas in Zusammenarbeit mit Dr. Marion Brandt (Berlin) eingeladen, die auch die Konzeption der Ausstellung erarbeitet hat. Die beiden Veranstalterinnen betonen: "Es geht uns darum, den literaturgeschichtlichen Ort der Dichtungen Gertrud Kolmars zu bestimmen, damit ihre weitere Überlieferung gesichert bleibt. Daran wirkt auch die Ausstellung mit, die im weitesten Sinne Räume zeigt, die für die Schriftstellerin und ihr Werk von Bedeutung waren. Dies sind Wohn- und Aufenthaltsorte wie Berlin und Finkenkrug, aus denen die Dichterin als deutsche Jüdin vertrieben wurde, aber auch imaginäre Räume, die sich Gertrud Kolmar als Zufluchtsorte geschaffen hat."

Die Ausstellung wird bis zum 23. November 1996 im Foyer der Universitätsbibliothek Osnabrück (Alte Münze/Kamp) zu sehen sein. Sie wurde bisher in Berlin und Bonn sowie in Falkensee bei Spandau - in der Nähe von Finkenkrug, wo Gertrud Kolmar (eigentlich Gertrud Chodziesner) ihre produktivsten Lebensjahre verbracht hat - gezeigt. Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Freitag von 9 bis 19.30 Uhr und Sonnabend von 9 bis 13 Uhr.


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