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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 96/5 vom 15. Oktober 1996 (Hochschulpolitik, S. 1/2)

Intensive Diskussion um künftiges Profil der Universität Osnabrück

Bis Ende November werden zunächst einzelne Strukturfragen geklärt

(red.) An der Universität Osnabrück hat die Diskussion über das künftige Profil der Hoch-schule mit voller Intensität eingesetzt, nachdem die 16 externen Gutachter ihre Empfehlungen vorgestellt haben und die Stellungnahmen der Fächer weitgehend vorliegen. Dazu Marie-Luise Jütte, Leiterin des mit dem Konsolidierungsverfahren betrauten Dezernates für Hochschulentwicklungsplanung: "Sowohl die Gutachter als auch unsere eigenen Bereichskommissionen haben außerordentlich komplexe, zum Teil konträre Vorschläge zu der Frage erarbeitet, wie das Studienangebot, die Personalstruktur und das Forschungsspektrum in Zukunft aussehen sollen." Dies erfordere eine sorgsame Beratung, so daß man, anders als ursprünglich geplant, bis zum Jahresende noch kein Gesamtkonzept erarbeiten könne. Daher hat sich der Senat in seiner jüngsten Sitzung am 2. Oktober 1996 dafür ausgesprochen, zunächst einzelne Strukturentscheidungen vorrangig zu behandeln. Dieser Schritt ist notwendig, da die Universität bis Ende November dieses Jahres angeben muß, welche Stellen sie im Zuge der vom Land verhängten Kürzungen des Personalbudgets bis spätestens 2001 abbauen will.

Thema der jetzt anstehenden Beratungen werden nach dem Votum des Senats die Zukunft der Gesundheitswissenschaften und der Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück sein. Wie bereits in der letzten Ausgabe der Uni-Zeitung vom Juli dieses Jahres berichtet, haben die externen Gutachter die Einstellung des Lehramtes an berufsbildenden Schulen mit den Fachrichtungen Gesundheit und Körperpflege empfohlen. Auch die gerade in der Arbeitsgruppe Gesundheitswissenschaften eingerichtete Fachrichtung Pflege (siehe den Bericht auf Seite 5) sollte nach den Überlegungen der Experten nicht weitergeführt werden. Jetzt will der Senat angesichts "der Tragweite dieser Gutachter-Empfehlungen", so die Planungsdezernentin, prüfen lassen, ob ein reduziertes und profiliertes Studienangebot der Osnabrücker Gesundheitswissenschaften, gegebenenfalls in Kooperation mit anderen Hochschulen, sinnvoll und umsetzbar ist.

Im Bereich der Sozialwissenschaften ist von den Gutachtern unter anderem eine Schließung des Diplomstudiengangs nahegelegt worden. Auf Vorschlag des Fachbereichs wird Uni-Präsident Prof. Dr. Rainer Künzel eine zusätzliche dreiköpfige Planungskommission berufen, der auch der Vorsitzende der externen Gutachterrunde für die Gesellschaftswissenschaften angehören soll. Die Kommission wird - so der Beschluß des Senates - Vorschläge erarbeiten, wie die Fächer und Studienangebote des Fachbereichs sinnvoll neu strukturiert werden können. Weiterer Schwerpunkt der bis Ende November dieses Jahres anstehenden Beratungsrunden soll die künftige Struktur der Lehrerausbildung an der Universität Osnabrück sein. Dabei wird es insbesondere um Stellenstruktur und Ausstattungsstandards in den Grundwissenschaften und in den Fachdidaktiken gehen. So haben die Gutachter beispielsweise empfohlen, die Didaktiken im Sinne einer empirischen Lehr- und Lernforschung als wissenschaftliche Disziplin zu profilieren. Dazu könnten, so die bisherigen Überlegungen, die Fachdidaktiken in Forschungsinstituten oder Zentren für Lehrerbildung zusammengefaßt werden. Damit werde auch die Grundlage für eine gemeinsame Forschungsarbeit geschaffen.

Bis die Ergebnisse dieser Beratungen vorliegen, werden auch die Besetzungsverfahren für die vier zur Zeit vakanten Professuren für "Didaktik der Physik", "Schulische Musikpädagogik", "Sportwissenschaft" und "Deutsche Literatur und Didaktik des Deutschunterrichts" zurückgestellt. Spätestens bis zum Jahresende muß aber, so hat es der Senat in seiner Sitzung Anfang Oktober ebenfalls beschlossen, eine Entscheidung über die Berufungen gefällt werden. Nach dem Votum der Senatsmitglieder soll schließlich auch bis Ende November über die Studiengänge verhandelt werden, für die die Gutachter ebenfalls eine Einstellung ins Auge gefaßt haben und in denen mittelfristig ohnehin der größte Teil der Stellen frei wird. Dabei handelt es sich um das Magisterfach Kunstgeschichte und den Weiterbildungsstudiengang für Lehrpersonen an Schulen des Gesundheitswesens. Im Zusammenhang mit den erforderlichen Stellenstreichungen werden gegebenfalls auch andere Fächer in die Überlegungen einbezogen.


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