Ausgabe Nr. 96/6 vom 10. Dezember 1996 (Forschung, Lehre,
Studium, S. 5)
(red.) Nach mehr als achtjähriger Lehr- und Forschungstätigkeit im Fachgebiet Philosophie der Universität Osnabrück ist Prof. Dr. Heribert Boeder in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Kollegen würdigen den Wissenschaftler in einer Festschrift mit dem Titel "Antike Weisheit und moderne Vernunft" als Systematiker und Historiker der Philosophie, der über viele Jahre "ungewöhnlich erfolgreich" gearbeitet habe.
Heribert Boeder studierte Philosophie und Klassische Philologie an der Universität Freiburg, an der er 1954 mit einer Arbeit über Platons Frühdialoge promovierte. Mit antiken Traditionen im westeuropäischen Denken beschäftigt sich auch seine 1962 erschienene Habilitationsschrift. Studienaufenthalte im Ausland führten Prof. Boeder in den sechziger Jahren nach Cambridge, Oxford und Paris, später reiste er unter anderem auch nach Japan und Südkorea. Von 1971 an lehrte und forschte der Wissenschaftler an der Technischen Universität Braunschweig, ehe er im Mai 1988 an die Uni Osnabrück wechselte.
Zu den Arbeitsschwerpunkten von Prof. Boeder gehören die alteuropäischen und mittleren Epochen der Philosophiegeschichte sowie die ältere und neuzeitliche Metaphysik. Dazu hat er zahlreiche Arbeiten vorgelegt. Zwei Analysen zur "Topologie der Metaphysik" (1980) und zum "Vernunfts-Gefüge der Moderne" (1988) soll noch eine große Studie über die Sprache des Denkens folgen. Prof. Boeders "nachhaltigen Einfluß als Lehrer und Schriftsteller", so der Herausgeber und Kollege, Prof. Dr. Arnim Regenbogen, dokumentiere auch die Festschrift, die 21 internationale Beiträge versammelt. An einem Symposium über die "Aktualität des griechischen Denkens", das das Fachgebiet Philosophie zur Verabschiedung von Prof. Boeder veranstaltet hat, nahmen neben Fachwissenschaftlern aus Osnabrück auch Experten aus Hamburg und Braunschweig teil.