Ausgabe Nr. 96/6 vom 10. Dezember 1996 (Studentenwerk
aktuell, S. 15)
(red.) "Ich hab' jetzt ein Problem, wenn ich meine Tochter abholen will .." Joachim Kröger, Vater von Lya, hat durchaus Verständnis für die Vierjährige, die doch lieber in der neuen Kindertagesstätte für den Nachwuchs von Uni-Studenten bleiben möchte, als schon nach Hause zu fahren: Ein helles, freundliches Haus mit viel Platz zum Spielen auf zwei Etagen und einen großen Garten bietet die Uni-Kita an der Sedanstraße 2 A. Nachdem die neuen Bewohner "ihr" Haus schon Anfang des Monats in Besitz genommen hatten, konnte nun Ende Oktober offiziell die Eröffnung gefeiert werden. Eingeladen hatten dazu das Studentenwerk Osnabrück und der Elternverein Uni-Kita, die gemeinsam das lange geplante Projekt mit viel Engagement realisiert haben.
Rund 960.000 DM - davon 110.000 DM als Zuschuß des Landes Niedersachsen und 850.000 DM aus Eigenmitteln - hat das Studentenwerk für den Kauf und den Umbau des Altbaus sowie eine kindgerechte Einrichtung der Räume investiert. Die Mitglieder des Elternvereins Uni-Kita unter dem Vorsitz von Olaf Abdinghoff-Feldkemper waren dabei nicht nur intensiv in die Planungsphase eingebunden, sondern halfen auch tatkräftig vor Ort. Noch ein Wochenende vor der Eröffnung werkelten zehn Erwachsene im Garten, der künftig den Kindern für Spiel und Spaß offen stehen soll. Der Elternverein hat zudem das pädagogische Konzept entwickelt und wird die Kita nun in Eigenregie betreiben.
Insgesamt stehen 37 Plätze zur Verfügung, davon zwölf für die Krippe mit Kindern zwischen einem und drei Jahren und 25 für die Kindergartenkinder zwischen vier und sechs Jahren. Die Mittel für den laufenden Betrieb der Kita stammen aus den Töpfen von Stadt (70 Prozent) und Land (20 Prozent) sowie zu zehn Prozent aus den Elternbeiträgen.
"Für uns ist dies heute ein großer Tag," betonte Ulrich Becker, stellvertretender Geschäftsführer des Studentenwerks. Sein Dank galt insbesondere den Ansprechpartnern in den Jugendämtern von Stadt und Land, die dem Elternverein und dem Studentenwerk "immer gute Ratgeber" gewesen seien. "Ausgezeichnete Arbeit" bescheinigte er auch dem Architektenbüro Hülsmeier und den bauführenden Unternehmen. An die vielen weiteren Helfer in der Uni erinnerte dann Olaf Abdinghoff-Feldkemper. Der Allgemeine Studentinnen- und Studentenausschuß habe sich ebenso für die Kita eingesetzt wie der Personalrat und die Hochschulleitung. Sein besonderer Gruß galt schließlich dem Mathematiker Prof. Dr. Dr. Roland Zielke. Als Hausherr im Uni-Gebäude an der Albrechtstraße gewährte er der provisorischen Vorläufer-Kita Unterschlupf, nachdem die studentische Initiative die zwischenzeitlich genutzen Räume im ehemaligen "Haus der Landwirtschaft" räumen mußte.
Sie habe von Prof. Zielke gehört, daß es nun beinahe wieder frustierend ruhig in seinem Gebäude sei, amüsierte sich Alice Graschtat. "Die Kinder werden sich hier wohlfühlen", lobte die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Osnabrücker Stadtrat dann die neue Kita. "Wer einmal an einem Tag zwölf Töpfchen geleert hat, weiß wirklich zu schätzen, welche Verbesserungen wir nun erreicht haben", meinte dazu lakonisch Joachim Kröger, der bereits in den Anfangstagen dabei war.