Ausgabe Nr. 96/6 vom 10. Dezember 1996 (Internationales, S.
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(red.) Die von politischen Konstellationen stark beeinflußte Musikgeschichte der Stadt Prag, einst die Hauptstadt Böhmens, bildete den Themenschwerpunkt einer Studienreise, die rund 40 Musikstudenten der Universität Osnabrück im Herbst dieses Jahres in die Tschechische Republik führte. Um sich vor Ort über die musikgeschichtlichen Strukturen und die aktuelle tschechische Musikkultur zu informieren, sprach die Osnabrücker Gruppe unter der Leitung des Musikwissenschaftlers Dr. Stefan Hanheide mit dem Chefdramaturgen des Nationaltheaters in Prag und besuchte unter anderem Konzerte in der Staatsoper und im Rudolphinum.
Die fünftägige Exkursion bildete den Abschluß einer Lehrveranstaltung zum Thema "Prag - Böhmen - Theresienstadt: Musikgeschichte im heutigen Tschechien". Zugleich nutzte der Kammerchor der Universität die Fahrt als Konzertreise und veranstaltete ein gut besuchtes Konzert in der Kirche zum Heiligen Ignatius von Loyola in Prag. Tief bewegt zeigte sich die Gruppe nach einem Besuch im Konzentrationslager in Theresienstadt, über dessen spezifisches Musikleben sich die Studierenden schon während des Seminars informiert hatten. Der Kammerchor unter der Leitung von Universitäts-Chordirektor Manfred Golbeck trug an zwei Stellen des Lagers, darunter in einer Zelle, Chorsätze zum Thema "Frieden" vor.