Ausgabe Nr. 96/6 vom 10. Dezember 1996 (Namen und
Nachrichten, S. 16)
(red.) Einem Kopfsprung ins kalte Wasser war der Start von Ralf Kiewit an der Universität Osnabrück nicht unähnlich. Der Jurist mit dem Interessensgebiet Arbeits- und Dienstrecht, der seit Mai die Hochschulleitung und insbesondere den Kanzler unterstützt, wurde nach einer sehr kurzen Einarbeitungsphase mit der Moderation der "Projektgruppe Mummert und Partner" betraut. "Das hat viele Vorteile", meint Ralf Kiewit. "Wenn man mit einem Blick von außen an die Fragen und Probleme herangeht, die die Evaluation der Universitätsverwaltung zwangsläufig mit sich bringt, ist man unbelasteter als andere, die oft schon lange Leitungspositionen innehaben - mit dem dazugehörenden Netz an Erfahrungen und Verflechtungen." Ein weiterer persönlicher Pluspunkt: "Durch das Mitwirken an diesem Diskussionsprozeß habe ich die Dezernate und Stabsstellen mit ihren Stärken und Schwächen so schnell und genau kennengelernt, wie mir das sonst kaum möglich gewesen wäre."
Auf die neuen Aufgaben an der Universität, die neben der Leitung der Projektgruppe und der allgemeinen juristischen Beratung zum Beispiel die Verhandlungen zur Übernahme des Projekts Kalkriese durch die Universität umfassen, ist Ralf Kiewit gut vorbereitet. In seinem Referendariat in der Kommunalverwaltung war er an der Entwicklung neuer Steuerungsmodelle beteidigt. Dabei ging es ebenfalls wesentlich um Fragen der Aufbaustruktur, der Budgetierung und des Controllings. Vor allem aber auch um Mitarbeiterbeteiligung und Motivation. Hier möchte er einiges bewegen, neben der Sachkunde auch die Persönlichkeit einbringen.
Ralf Kiewit wurde in Steinfurt geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und war als Kundenberater tätig. Er wechselte in die Verwaltung des Diakonischen Werks, qualifizierte sich zum Ausbilder und absolvierte den zweiten Verwaltungslehrgang. Auf dem zweiten Bildungsweg begann er nach dem Besuch des Overberg Kollegs in Münster das Studium der Rechtswissenschaften an der Uni Münster, das er 1993 mit dem ersten Staatsexamen abschloß. Es folgte bis zum März 1996 das Referendariat. Anschließend bewarb er sich an der Uni Osnabrück.