Ausgabe Nr. 97/1 vom 10. Februar 1997 (Namen und Nachrichten, S. 16)
Neu an der Universität: Prof. Dr. Ronald G. Asch
(red.) Die Geschichte hat sich als wissenschaftliche Disziplin gut bewährt und zeichnet sich durch ein hohes methodisches Problembewußtsein aus. Prof. Dr. Ronald G. Asch ist sicher, daß ein Geschichtsstudium auch heute noch uneingeschränkt empfohlen werden kann, zumal "die Gegenwartsprobleme ohne historische Dimension nicht verständlich sind." Allerdings ist der im Oktober vergangenen Jahres zum Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an die Universität Osnabrück berufene Hochschullehrer der Auffassung, daß den Studierenden schon das Gefühl vermittelt werden muß, daß jemand prüft, ob sie gute oder schlechte Arbeit leisten.
Prof. Asch, der die Nachfolge von Prof. Dr. Anton Schindling angetreten hat, wird sich wie dieser schwerpunktmäßig mit dem Westfälischen Frieden und den Vorbereitungen des wissenschaftlichen Kongresses im Herbst 1998 aus Anlaß des Friedens-Jubiläums beschäftigen. An der Osnabrücker Uni möchte er jedoch auch andere Akzente setzen und insbesondere das Thema "Westeuropa" in Forschung und Lehre weiter verfolgen.
Der 1953 in Hamburg geborene Ronald G. Asch studierte Latein und Geschichte an den Universitäten Kiel, Tübingen und Cambridge (Großbritannien). Nach seiner Dissertation 1982 in Tübingen war er zunächst Mitarbeiter im dortigen Sonderforschungsbereich "Spätmittelalter und Reformation", bevor er sich zum Archivar in Stuttgart, Marburg und Koblenz ausbilden ließ. Als wissenschaftlicher Angestellter am Deutschen Historischen Institut in London arbeitete er von 1985 bis 1988 an dem Forschungsprojekt "Der Hof Karls I. 1625 - 1640". Dieses Thema stand ebenfalls im Mittelpunkt seiner Habilitationsschrift, die er 1992 fertigstellte. Von 1988 an war er als Wissenschaftler an der Universität Münster tätig.
In Osnabrück empfindet Prof. Asch die Zusammenarbeit benachbarter Disziplinen im Frühe Neuzeit-Institut und im Graduiertenkolleg als große Bereicherung. Gemeinsam mit seinen Kollegen möchte er der in Deutschland und vor allem auch im Schulunterricht gebräuchlichen Verkürzung des Geschichtsbildes auf das 19. und das 20. Jahrhundert entgegenwirken.