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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/1 vom 10. Februar 1997 (Forschung, Lehre, Studium, S. 7)

Studienberatung im Gespräch
Hochschulöffentliche Diskussion zur Profilbildung der Beratungsarbeit

Von Helmut Goos

Studienberatung im Gespräch - diese Überschrift soll Programm werden. Gemeint ist nicht die unbestreitbare Tatsache, daß Beratung im eigentlichen Sinne als Gespräch stattfindet. Sondern: Über Studienberatung sollte intensiv gesprochen werden. Eine hochschulöffentliche Diskussion, zu der die Zentrale Studienberatungsstelle der Universität Osnabrück und der Fachhhochschule Osnabrück Beteiligte und Interessierte einladen möchte, kann zu einer Profilbildung der künftigen Beratungsarbeit beitragen.

Im vergangenen Jahr erklärten der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Helmut Büttner, und der Präsident der Kultusministerkonferenz, Karl-Heinz Reck, bei einem Spitzengespräch in Nürnberg, daß der Studien- und Berufsberatung angesichts einer beinahe unübersichtlichen Entwicklung im Bildungs- und Beschäftigungssystem eine herausragende Bedeutung zukomme. Die Beratungsarbeit müsse daher weiter vorangebracht werden.

Wir müssen uns die Frage stellen: Was kann und was soll die Beratung in Osnabrück bewirken? Wie können allgemeine Beratung, Fachstudienberatung, studentische Beratung und psychologische Beratung sinnvoll zusammengebracht werden? Welche Methoden, Materialien und Organisationsformen sollten hier eingebracht werden? Und nicht zuletzt: Welche Erwartungen und Befürchtungen haben die Studierenden? Stichworte für die Diskussion gibt es dabei schon reichlich: Studienberatung als Marketing-Instrument? Verpflichtende Teilnahme der Studierenden an einer Studienverlaufsberatung? Lehrende als Tutoren für ihre Studierenden?

Wie groß der Bedarf an qualifizierter Beratung ist, hat nicht zuletzt eine gemeinsam mit dem Zentrum für pädagogische Berufspraxis (ZpB) organisierte Veranstaltung für Lehramtsstudenten gezeigt: Über 400 Studentinnen und Studenten sowie auch zahlreiche Lehrende waren der Einladung gefolgt, sich bei Vertretern des Kultusministeriums, der Bezirksregierung und den Ausbildungsinstitutionen des Vorbereitungsdienstes sowie dem Arbeitsamt aus erster Hand über den Weg nach dem Staatsexamen zu informieren. Dabei ist die Durchführung derartiger Veranstaltungen nur ein kleiner Teil der Aufgaben, die die ZSB als "Beratungsagentur" inzwischen wahrzunehmen hat.

Studium und Beruf
Veranstaltungen mit Experten

Studenteninitiativen, die "Akademiker in die Wirtschaft" bringen wollen, professionelle "Careers Advisory Services" oder Absolventenkongresse: Bundesweit gibt es vielfältige Aktivitäten, die Studierenden den Einstieg in das Berufsleben erleichtern sollen. Die Zentrale Studienberatungsstelle von Universität und Fachhochschule hat in Zusammenarbeit mit dem Uni-Fachbereich Biologie/Chemie eine Veranstaltung speziell für angehende Biologen organisiert: Vertreter des Arbeitsamtes, der Wirtschaft und der Wissenschaft informierten dabei über die "Aktuelle Arbeitsmarktlage von Diplom-Biologen".

Die gut besuchte Veranstaltung soll Teil einer kontinuierlichen Reihe werden. Anliegen dabei ist es, Studierenden zentrale Informationen zur Verfügung zu stellen, die Arbeitsmarktberichte oder andere einschlägige Literatur nur begrenzt liefern kann. Hier bietet es sich an, Absolventen zu befragen oder Stellenanzeigen auszuwerten und diese Fakten und Einschätzungen in Zusammenarbeit mit Experten gebündelt weiterzugeben.

ZSB-Mitarbeiter Henry Buchardt


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