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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/2 vom 15. April 1997 (Studentenwerk aktuell, S. 11)

Immer weniger BAföG-Gelder

Studentenwerk Osnabrück kann 1997 sozial verträgliche Preise halten

(red.) Das Studentenwerk Osnabrück hat im vergangenen Jahr rund 37,2 Millionen DM an Fördergeldern nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) an Studierende in Osnabrück und Vechta ausgezahlt. Zum Vergleich: 1995 lag diese Summe noch bei rund 39 Millionen DM und 1994 sogar bei rund 41,3 Millionen DM. "Damit setzt sich die ungünstige BAföG-Entwicklung der vergangenen Jahre weiter fort", betonte der Geschäftsführer des Osnabrücker Studentenwerks, Otto Kerll, bei der Vorstellung der Leistungszahlen 1996 und der Jahresplanung 1997. Positiv für das Studentenwerk: Preise und Mieten können stabil und damit, so Otto Kerll, weiterhin "sozialverträglich" gehalten werden.

Für dieses Jahr hat das Studentenwerk Osnabrück rund 21,9 Millionen DM verplant. Davon sind 7,7 Millionen DM für die Wohnheime und Wohnanlagen sowie die anderen Gebäude des Studentenwerks vorgesehen. 4,1 Millionen DM werden die Wirtschaftsbetriebe für den Wareneinsatz in den Mensen und Cafeterien ausgeben. Der "Löwenanteil" des laufenden Bedarfs entfällt allerdings auf die Personalkosten. Hier hat das Studentenwerk, das mit 250 Mitarbeitern die rund 19.000 Studierenden in Osnabrück und Vechta betreut, etwa 10,1 Millionen DM veranschlagt.

Hohe Eigenleistungen

Bei der Finanzierung seines Haushaltes ist das Studentenwerk Osnabrück wie in den vergangenen Jahren weitgehend auf Eigenleistungen angewiesen: Zu über 60 Prozent werden die Mittel aus sogenannten Leistungsentgelten sowie unter anderem aus Mieten erwirtschaftet. Nur gut ein Fünftel der benötigten Gelder kommt aus der Kasse des Landes Niedersachsen. 10,4 Prozent macht außerdem der Anteil aus, den das Studentenwerk als Aufwandsentschädigung für die Arbeit seiner Förderungsabteilung erhält.

Letzter Faktor im Haushalt des Studentenwerks sind die Semesterbeiträge der Studierenden, die mit 7,5 Prozent (1996: 7,3 Prozent) zu Buche schlagen. Geschäftsführer Otto Kerll: "Wir sind stolz darauf, daß hier - wie auch bei den Miet- oder Mensapreisen - keine Erhöhung notwendig ist." Erst zum Wintersemester 1997/98 werden die studentischen Beiträge um zehn DM je Semester angehoben. Diese zusätzlichen Gelder sollen allerdings zur Finanzierung einer seit langem geforderten Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) für Studierende eingesetzt werden.

Eine neue Service-Einrichtung ist auch die Kindertagesstätte der Universität Osnabrück, an deren Realisierung im vergangenen Jahr das Studentenwerk maßgeblich beteiligt war. Im Oktober 1996 konnte die Uni-Kita an der Sedanstraße offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Seit dem Sommer 1996 fungiert das Studentenwerk Osnabrück zudem als Betreiber des neuen Gästehauses der Universität, das Gastwissenschaftlern sowie Stipendiaten aus dem Ausland offen steht.

In seinem Jahresrückblick erläuterte Geschäftsführer Otto Kerll auch die "klassischen" Aufgabenfelder des Studentenwerks: In den Mensen und Cafeterien wurden im vergangenen Jahr rund 1,44 Millionen Essen ausgegeben, über 40.000 mehr als 1996. Zusätzlich zu den 1.252 Plätzen in den eigenen Wohnheimen und Wohnanlagen sowie weiteren 488 Wohnplätzen in Mietshäusern hat das Studentenwerk 1996 außerdem 1.090 Privatzimmer und Mietwohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt an Studierende vermittelt.

Keine Chancengleichheit

Mit scharfen Worten kritisierte Otto Kerll die aktuelle BAföG-Entwicklung. Der Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück: "Von einem Instrument der Chancengleichheit können wir kaum noch sprechen." Kontinuierlich gesunken sei nicht nur nur die Summe der ausgezahlten Fördergelder, sondern auch der Anteil der Studierenden, der überhaupt die Möglichkeit der Ausbildungsförderung erhält. Lag der Anteil 1994 noch bei 30 Prozent, so fiel er 1995 auf 27,7 Prozent. Im vergangenen Jahr konnten dagegen nur noch 19,7 Prozent der Studierenden in Osnabrück und Vechta BAföG in Anspruch nehmen. Otto Kerll: "Dieser Negativtrend wird sich bundesweit weiter fortschreiben, solange es keine durchgreifende Reform der Ausbildungsförderung gibt."

Darlehensfonds

Die wirtschaftliche Unterstützung der Studierenden in Osnabrück und Vechta nimmt das Studentenwerk über das BAföG hinaus aber auch noch auf einem anderen Weg wahr: Aus einem gemeinsamen Fonds mit der Universitätsgesellschaft Osnabrück e.V. vermittelt das Studentenwerk zinslose Darlehen. Zudem können Kredite aus dem Härtefonds des Deutschen Studentenwerks in Anspruch genommen werden. Wie Otto Kerll erläuterte, wurden im vergangenen Jahr 48.000 DM für kurzfristige Darlehen und 9.900 DM für mittelfristige Darlehen an Studentinnen und Studenten ausgezahlt, die unverschuldet in Not geraten sind.


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