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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/3 vom 10. Juni 1997 (Studentenwerk aktuell, S. 17)

Kooperation mit polnischen Hochschulen

Vertrag wird in Kürze unterzeichnet

(red.) Das Studentenwerk Osnabrück will mit den Hochschulen im polnischen Olsztynie (Allenstein) kooperieren. Ein entsprechender Vertrag soll in Kürze abgeschlossen werden. Die Vertragsunterzeichnung wird in Polen stattfinden, nachdem sich Vertreter der Pädagogischen Akademie und der Technisch-Landwirtschaftlichen Akademie im April dieses Jahres zu einem Arbeitsbesuch in Osnabrück aufgehalten haben.

Wesentlicher Bestandteil der Kooperation soll der Austausch von Studierenden sein, den die polnischen Hochschulen und das Studentenwerk organisieren werden. Dabei hofft man auch auf eine Förderung durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk. Die ersten Gruppen sollen noch dieses Jahr reisen. Nach Vorüberlegungen werden möglicherweise zunächst Germanistik- und Geschichtsstudenten aus Olsztynie nach Osnabrück kommen, um sich zusammen mit ihren deutschen Kommilitonen mit akutellen gesellschaftspolitischen Fragen auseinanderzusetzen. Konkrete Pläne bestehen bereits für das Fach Kunst - Ausstellungen und gemeinsame Arbeit der Studierenden - und für ökologische Projekte im Bereich Landbau.

Wie der Geschäftsführer des Studentenwerks Osnabrück, Otto Kerll, weiter erläuterte, soll die Partnerschaft zwischen Osnabrück und Olsztynie möglichst schnell zu einer trinationalen Kooperation mit Angers in Frankreich ausgebaut werden. Das Osnabrücker Studentenwerk unterhält intensive Kontakte zu der französischen Partnerstadt und ihren Einrichtungen der Studentenbetreuung. "Diese gut funktionierende Partnerschaft wollen wir in die Kooperation mit Allenstein einbringen."

Bestandteil der deutsch-französischen Zusammenarbeit ist der Austausch von Mitarbeitern des Studentenwerks und der sozialen Betreuungseinrichtung in Angers. Auch das könne, so betont Otto Kerll, künftig mit Olsztynie praktiziert werden, wobei hier wie in Frankreich die Sozialeinrichtungen weitgehend in die Hochschulen integriert sind. "Wir stellen uns natürlich die Frage, was wir in der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Betreuung unserer Studierenden weiter verbessern können. Die Kooperationen über Grenzen hinweg bieten vielfältige Möglichkeiten für den Austausch von Ideen und Erfahrungen", sagt der Geschäftsführer des Osnabrücker Studentenwerks. Auch die polnische Seite erhofft sich Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Manche Strukturen müßten erst noch geschaffen werden, da könne man durchaus von den Partnern in Osnabrück lernen, hieß es im Gespräch mit den Vertretern des Studentenwerks.

Ganz allgemein setzen das Studentenwerk und die Hochschulen in Olsztynie darauf, daß durch die Kooperation gegenseitige Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden können. Otto Kerll: "Wir wollen die hehren Worte von einem gemeinsamen Europa auch wirklich mit Leben füllen." Dafür hat man im übrigen schon eine ganze Reihe "praktischer" Vorschläge parat. Wie etwa diesen: In der Osnabrücker Mensa könnte es beispielsweise eine polnische Woche geben. Eine gute Nachbarschaft geht immer auch durch den Magen ...

Mitglieder der Delegation

Pädagogische Hochschule Olsztynie:
Prof. Dr. Eward Mierzwa (Rektor)
Prof. Dr. Lechostaw Ragan (Musik, Studentenchor)
Dr. Andrzej Szmyt (Studentenwerk der Hochschule)
Mirostaw Marszelewki (Musik, Folkloregruppe)
Alina Kuzborska (Germanistik)
Marek Szczepaniak (Germanistik, Geschichte)
Dr. Christofer Herrmann (Germanistik, Kunstgeschichte)

Technisch-Landwirtschaftliche Hochschule:
Dr. Tadeusz Bakuta (Informatik)
Dr. Stawomir Zdunczyk (Bibliothek)

Informationen zu den Hochschulen

Insgesamt 15.000 Studierende

(red.) Die Pädagogische Hochschule im polnischen Olsztynie (Allenstein) wurde vor 28 Jahren gegründet. Derzeit sind rund 8.000 Studierende an vier Fakultäten - die humanistische Fakultät, die pädagogische Fakultät, die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät und die Fakultät für Kunsterziehung, Graphik/Design und Musik - eingeschrieben. Die Technisch-Landwirtschaftliche Hochschule umfaßt acht Fakultäten. Hier studieren rund 7.000 junge Menschen. Angeboten werden die Studienrichtungen Landwirtschaft, Tierzucht, Lebensmitteltechnologie und Ernährung des Menschen, Veterinärmedizin, Umweltschutz, Fischerei, Geodäsie und Kartographie, Mechanik und Maschinenbau, Land- und Forstwirtschaftliche Technik, Bauwesen sowie Verwaltung und Marketing.


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