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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/3 vom 10. Juni 1997 (Hochschulpolitik, S. 1/2)

Bis zu 600.000 DM für Reformprojekte

Stifterverband fördert Universität

(red.) Die Universität Osnabrück erhält vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in den kommenden drei Jahren bis zu 200.000 DM jährlich, um damit konkrete Reformvorhaben in der Verwaltung zu finanzieren. Die Osnabrücker Hochschule ist damit eine von bundesweit sechs "reformbereiten" Universitäten, die der Stifterverband für diese Förderung ausgewählt hat. Die Anregung für ein solches Förderprogramm hatte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, gegeben.

Wie der Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Rainer Künzel, erläuterte, sollen die Gelder des Stifterverbandes zunächst für die Vorbereitung auf einen künftigen Globalhaushalt eingesetzt werden. Dazu müßten auf einer entsprechenden Datenbasis finanzielle Steuerungs- sowie Entscheidungsmodelle entwickelt werden. Diese Ansätze könnten dann zu einem umfassenden Management-Informationssystem fortgeschrieben werden, das zugleich die Grundlage für ein effektives Controlling bilde.

Mittelfristig müsse man sich, so Prof. Künzel weiter, auf veränderte Entscheidungsstrukturen in der Hochschulleitung einstellen. Wie der Uni-Präsident betonte, sei eine erhebliche Ausweitung der Leitungskompetenzen zu erwarten. In diesem Fall müsse eine neue Arbeitsteilung zwischen Präsident, Vizepräsidenten, Kanzler und Dezernenten organisiert werden. Die dafür erforderlichen strukturellen und personellen Voraussetzungen sollen mit der Anschubfinanzierung des Stifterverbandes geschaffen werden.

Über die konkreten Reformvorhaben der ausgewählten Universitäten wird der Vorstand des Stifterverbandes in Gesprächen mit den jeweiligen Hochschulleitungen verhandeln. Neben Osnabrück sind die Universitäten Dortmund, Dresden, Hamburg-Harburg und Mannheim sowie die Technische Universität München in das Förderprogramm aufgenommen worden. Prof. Künzel: "Die Förderung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sehen wir als Bestätigung für unsere Reformüberlegungen. Die Hochschulen müssen sich neu orientieren, anstatt sich in Abwehrkämpfen festzufahren."


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