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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/3 vom 10. Juni 1997 (Forschung, Lehre, Studium, S. 7)

Uni übernimmt Rengstorf-Bibliothek

12.000 Bände aus dem Privatbesitz des 1992 verstorbenen Theologen

(red.) Die Universitätsbibliothek Osnabrück hat Anfang Juni dieses Jahres die Privatbibliothek des 1992 verstorbenen Münsteraner Wissenschaftlers Prof. Dr. Karl-Heinrich Rengstorf im Rahmen eines Festkolloquiums offiziell übernommen. Der umfangreiche Literaturbestand ist der Universität Osnabrück von der Familie des evangelischen Theologen als Geschenk überlassen worden. Von der Rengstorf-Bibliothek werden eine Reihe von Forschungsaktivitäten an der Osnabrücker Hochschule wesentlich profitieren.

Prof. Rengstorf (1903 - 1992), emeritierter Ordinarius der Universität Münster, war der Universität Osnabrück in seinen letzten Lebensjahren durch verschiedene Lehraufträge verbunden. Seine Privatbibliothek umfaßt rund 12.000 Bände. Sie enthält neben einer Reihe wertvoller wissenschaftlicher Zeitschriften und zahlreicher Nachschlagewerke auch eine Fülle von Titeln aus verschiedenen Bereichen der Theologie sowie Belletristik jüdischer Autoren. Dr. Eilhard Cordes, Direktor der Universitätsbibliothek Osnabrück: "Einen Schwerpunkt bildet die Literatur zur Religionsgeschichte, insbesondere zur Judaistik und zum christlich-jüdischen Verhältnis, mit wichtigen Quellen und Sekundärtexten." In den vergangenen Monaten hat die Universitätsbibliothek bereits mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Bände der Rengstorf-Bibliothek für die spätere Verwendung vorgeordnet und Literatur von allgemeinem Interesse in den eigenen Bestand übernommen.

Die Spezialwerke sowie verschiedene Bände in hebräischer Schrift und schließlich der umfangreiche schriftliche Nachlaß von Prof. Rengstorf sind für die Arbeit der geplanten Forschungsstelle für christlich-jüdische Studien am Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften der Universität Osnabrück vorgesehen. Während des Festkolloquiums haben Wissenschaftler des Fachbereichs wesentliche Forschungsergebnisse von Prof. Rengstorf vorgestellt und die darauf aufbauenden Vorhaben der Forschungsstelle erläutert.

Wie der Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Rainer Künzel, weiter erläuterte, ist der Schriften-Bestand auch für die Altertumskunde an der Universität von großem Wert. Prof. Künzel: "Die Stiftung der Rengstorf-Bibliothek ist für unsere Hochschule von außerordentlich hohem Nutzen. Wir sind der Familie sehr zu Dank verpflichtet."


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