Ausgabe Nr. 97/3 vom 10. Juni 1997 (Uni intern, S. 10)
(red.) "Heftig an die Nieren gegangen" ist ihm die Einstellung der einphasigen Lehrerausbildung an der Universität Osnabrück im Jahr 1976. Vier Jahre lang hatte Wolfgang Streffer zunächst im Gründungsausschuß und später im Zentrum für pädagogische Berufspraxis bereits als Planer für Lehrerausbildung an diesem Modellvorhaben gearbeitet, als das überraschende "Aus" aus Hannover kam. "Ein Opfer, das der damalige CDU-Kultusminister Remmers seinen Parteifreunden bringen mußte, um die Orientierungsstufe zu halten." Davon ist Wolfgang Streffer überzeugt. Im Rückblick auf 25 Jahre an der Universität Osnabrück gibt es jedoch auch viele persönliche und berufliche Erfolge zu verbuchen. So steht Wolfgang Streffer ohne Unterbrechung von der ersten Wahl eines Personalrats an an der Spitze der Personalvertretung der Hochschule. Entweder als Vorsitzender des Personalrates oder des Gesamtpersonalrates der bis 1995 existierenden Uni-Standorte Osnabrück und Vechta.
Die Belange der einzelnen Kollegen standen bei seinem Engagement immer im Vordergrund, erklärt Wolfgang Streffer. Geprägt war der Pädagoge dabei von seiner persönlichen Karriere auf dem zweiten Bildungsweg und den Erfahrungen in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. An der neu gegründeten Universität Osnabrück waren es vor allem Fragen der tarifrechtlichen Eingruppierung, die den Personalvertreter in den ersten Jahren beschäftigten. Und das, obwohl die gesetzlichen Bestimmungen eine Individualvertretung eigentlich nicht vorsahen. Inzwischen seien generelle innerbetriebliche Regelungen stärker in den Vordergrund getreten, meint Streffer, der seit 1993 für die Personalratsarbeit freigestellt ist. Ausstattungspläne, Organisations- und Strukturplanung - wenig laufe ohne die Personalvertretung. Da gelte, je mehr Einfluß, desto mehr Farbe müsse man bekennen. "Zu Entscheidungen, an deren Zustandekommen man beteiligt ist, muß man stehen."
Erfahrung ist in dieser Arbeit für die Kollegen außerordentlich wichtig, meint Wolfgang Streffer. Als Mitglied der Großen Tarifkommission der ÖTV habe er bereits früh diskutiert, ob das Tarifwerk überhaupt tauglich sei, die Vielfalt der Arbeitsplätze an Hochschulen abzubilden. Inzwischen gehe es ihm um die Frage, "welche Möglichkeiten es gibt, innerbetrieblich die größtmögliche Flexibilität aus diesem Werk herauszuholen - im Interesse des Betriebes und der Beschäftigten".
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