Ausgabe Nr. 97/3 vom 10. Juni 1997 (Forschung, Lehre, Studium, S. 6)
(red.) "Die Bundesrepublik ist neben anderen westeuropäischen Ländern längst zu einem Einwanderungsland geworden. Diese Tatsache wird zwar heute auch von der Politik kaum noch geleugnet, aber die notwendigen rechtlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind bisher nicht diskutiert worden", sagt Prof. Dr. Albrecht Weber. Der Osnabrücker Rechtswissenschaftler hat jetzt einen Band herausgegeben, der die wichtigsten Positionen in der Debatte um eine Einwanderungsgesetzgebung versammelt. Das Buch mit dem Titel "Einwanderungsland Bundesrepublik Deutschland in der Europäischen Union: Gestaltungsauftrag und Regelungsmöglichkeiten" faßt dabei die Ergebnisse einer Tagung zusammen, die im vergangenen Jahr zu diesem Thema am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück stattgefunden hat.
Ausgehend von den Faktoren und Wirkungen internationaler Migration und der Einwanderungspolitik anderer Länder, darunter auch der "klassischen" Einwanderungsländer USA, Kanada und Australien, werden in vier Beiträgen die aktuellen Gestaltungsfragen erörtert. So geht es um die Möglichkeiten einer Einwanderungsbegrenzung, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Zuwanderungsgesetzgebung und eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts in der Bundesrepublik. Teil vier des Sammelbandes schließlich befaßt sich mit dem europäischen Einwanderungsrecht und den Perspektiven einer europäischen Harmonisierung durch zwischenstaatliche Kooperationen oder EU-weite Regelungen. Autoren der Beiträge sind internationale Fachwissenschaftler und Experten aus der Praxis.
Die Durchführung der Tagung und die Herausgabe des Bandes in der IMIS-Schriftenreihe im Universitätsverlag Rasch wurden von der Volkswagen-Stiftung und der Kommission der Europäischen Gemeinschaften gefördert.
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