Ausgabe Nr. 97/5 vom 15. Oktober 1997 (Hochschulpolitik, S. 2)
(red.) Die Universität Osnabrück will künftig die Studierenden regelmäßig zur Qualität der Lehrveranstaltungen befragen. Das kündigte Uni-Präsident Prof. Dr. Rainer Künzel bei der diesjährigen Semestereröffnungsveranstaltung an. Vor rund 1.300 Studienanfängern, die am 8. Oktober 1997 zum traditionellen Semesterauftak tin die Stadthalle gekommen waren, sagte Prof. Künzel: "Wir müssen Maßnahmen ergreifen, mit denen das Engagement in der Lehre gestärkt werden kann. Gute Lehrleistungen sollten honoriert und nicht, wie vielfachüblich, als eher zweitrangige Pflichtaufgabe neben der Forschung betrachtet werden." Der Präsident warnte aber davor, diese beiden Bereiche voneinander abzukoppeln. "Die universitäre Lehre lebt von derForschung und ist von ihren Prinzipien geprägt."
In seiner Ansprache forderte der Uni-Präsident die Studierenden auf, sich über das eigene Studium hinaus auch für die Belange der Hochschule und die universitäre Ausbildung insgesamt einzusetzen. Durch die seit Jahren rückläufigen Ausgaben für Lehre und Forschung seien die Studienbedingungen heute "alles andere als befriedigend". Einen Teil der Kürzungen könnten die Hochschulen zwar durch einen effizienteren Ressourceneinsatz kompensieren, angesichts der Prioritätensetzung im politischen Handeln müsse aber mit anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten gerechnet werden.
An der Universität haben sich zum Wintersemester 1997/98 wie in den Vorjahren nahezu 2.000 Studierende neu eingeschrieben.
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