Ausgabe Nr. 97/5 vom 15. Oktober 1997 (Studentenwerk aktuell, S.15)
(red.) Welcher angehende Student hat nicht schon davon geträumt: Zu Hause am Computer kann er sich die ideale Studentenbude aussuchen. Die Entfernungen zu den Seminar- und Hörsälen sind einem Lageplan zu entnehmen, Fotografien ermöglichen Einblicke in die Wohnqualität. Datenblöcke geben Auskunft über die Zimmergröße, die Ausstattung, die Mietkosten und die Wohnformen: Soll es ein Einzelzimmer sein, eine Gruppen- oder eine Familienwohnung? Und was macht die Besonderheit der Wohnheime aus? Ein ehemaliger Bauernhof, ein altes Wasserwerk? Dann folgen die Zahl der gerade zur Vermietung freistehenden Räume und die Ansprechpartner, und auf einem weiteren Dokument finden die Studierenden die Belegungsrichtlinien und gleich auch ein Anmeldeformular. Utopie?
Das Studentenwerk Osnabrück macht mit seiner WWW-Präsentation ,die am 5. September dieses Jahres ins Internet gegangen ist, solche und andere Träume wahr. Ob Studienanfänger, Studienplatzwechsler oder Gaststudent aus Frankreich oder den USA - alle haben über das Internet-Angebot des Studentenwerks die Möglichkeit, die Bedingungen in Osnabrück sowie in Lingen und Vechta umfassend online kennenzulernen. Auf rund 150 Web-Seiten kann alles Wissenswerte rund um die Leistungen und Angebote für Studierende an diesen drei Hochschulstandorten abgerufen werden. Damit bietet das Osnabrücker Studentenwerk, das sich als sozialer Partner der Studierenden versteht, bundesweit auf diesem Gebiet eines der umfangreichsten Informations-Pakete für Studierende im Internet.
Bilder von Mensen und Cafeterien zeigen die Atmosphäre, Speisepläne machen die Entscheidung für das Mittagessen in der Mensa leicht. Die wichtigsten Informationen zum BAföG erlauben schon vor Studienbeginn die Planung der Finanzen und nehmen Hemmungen, sich beim Studentenwerk beraten zu lassen. Öffnungszeiten, Telefonnummern und Adressen sind tagesaktuell und verhindern vergebliche Wege und Mühen.
Der Geschäfsführer des Studentenwerks Osnabrück, Otto Kerll: "Wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, daß alle Informationen benutzerorientiert und übersichtlich präsentiert werden." Dazu gehört auch die konsequente Anwendung von sogenannten Frames. Diese "Rahmen" helfen dem Nutzer, stets den Überblick über das gesamte Informationsangebot zu behalten.
Bewußt hat das Studentenwerk dagegen auf grafische Spielereien verzichtet. "Wir haben die Seiten so aufgebaut, daß auch User mit einem weniger leistungsfähigen Modem etwas von der Präsentation haben", erläutert Holger Bruch, Student der Angewandten Systemwissenschaft an der Universität Osnabrück, der für die Gestaltung der Seiten im html-Format verantwortlich ist.
Besonders am Herzen liegt dem Studentenwerk schließlich der Dialog mit den Studierenden. Die Internet-Präsentation bietet die Möglichkeit, jederzeit elektronische Nachrichten direkt an das Studentenwerk abzusetzen, um Kritik, Anregungen und Tips weiterzugeben oder aber um spezielle Fragen zu stellen. Da die Kommunikation groß geschrieben wird, stellen sich auch die Mitarbeiter des Studentenwerks persönlich und mit Bild bei ihren studentischen Kunden vor.
An technische und rechtliche Grenzen stößt dagegen ein anderer Wunsch des Studentenwerks: Anmeldungen für die Wohnheime oder BAföG-Anträge laufen bisher noch nicht online. Geschäftsführer Otto Kerll: "Dazu müssen wir erst die Entwicklung hinsichtlich der Rechtsgültigkeit elektronischer Unterschriften abwarten."
(red.) Fragen zum Internet beantwortet auch das Rechenzentrum der Universität Osnabrück. Beratung im Semester jeweils Montag bis Donnerstag von 10bis 12 und von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 10 bis 12 Uhr, Albrechtstraße28, Raum 155.
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