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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/6 vom 15. Dezember 1997 (Hochschulpolitik, S. 1/2)

DFG: Universität Osnabrück erhält "Europäisches Graduiertenkolleg"

Neun Einrichtungen bundesweit - Einzige niedersächsische Hochschule

(red.) Die Universität Osnabrück erhält als einzige Hochschule in Niedersachsen eines der neun "Europäischen Graduiertenkollegs", die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt bundesweit neu einrichten wird. In diesen Kollegs sollen erstmals die beteiligten Doktoranden und Wissenschaftler mit einer Partnerhochschule in Europa zusammenarbeiten. Dabei sind auch mehrmonatige Auslandsaufenthalte der Doktoranden vorgesehen. An der Universität Osnabrück wird das neue Kolleg zugleich ein europäisches Forschungsthema behandeln. Unter dem Titel "Europäische Integration und gesellschaftlicher Strukturwandel" werden sich die zwölf Doktoranden vom 1. April kommenden Jahres an interdisziplinär mit zentralen Fragen des Integrationsprozesses in der Europäischen Union (EU) befassen.

Für die Forschungsarbeiten erhält das Osnabrücker Graduiertenkolleg rund 1,1 Millionen DM. Getragen wird das Kolleg von zehn Fachwissenschaftlern aus der Politikwissenschaft, der Soziologie, der Ökonomie, der Geographie und der Kulturwissenschaft. Die Sprecherfunktionen werden Prof. Dr. Ingeborg Tömmel und Prof. Dr. György Széll vom Fachbereich Sozialwissenschaften übernehmen, die auch den Antrag auf den Weg gebracht haben.

Prof. Tömmel: "Der fortschreitende Integrationsprozeß im Rahmen der Europäischen Union bringt grundlegende Veränderungen mit sich, die nicht nur die Politik und die Wirtschaft betreffen, sondern auch einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Strukturwandel in den Mitgliedstaaten der EU bewirken. Ziel des Graduiertenkollegs ist es, diese Transformationsprozesse zu erfassen und insbesondere auch ihre Wechselwirkungen zu analysieren." Dabei sollen sich die Arbeiten, so die Wissenschaftlerin weiter, sowohl auf die theoretische Grundlagenforschung als auch auf empirische Untersuchungen stützen. In einem begleitenden Studienprogramm können sich die Doktoranden die dafür notwendigen Methodenkenntnisse aneignen, darüber hinaus wird das Graduiertenkolleg Gastvorträge organisieren und Praktika vermitteln.

Die Universität Osnabrück verfügt mit dem neuen Graduiertenkolleg nun über fünf dieser DFG-Einrichtungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Bezogen auf ihre Größe hat die Hochschule damit einen überdurchschnittlichen Anteil an den Graduiertenkollegs der DFG. Drei der Osnabrücker Kollegs sind in den Geisteswissenschaften angesiedelt.


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