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Zeitung Universität Osnabrück

Ausgabe Nr. 97/6 vom 15. Dezember 1997 (Forschung, Lehre, Studium, S. 4)

Wichtige Kooperation

Honorarprofessor Dr. Schlüter feierte 60. Geburtstag

(red.) Der Osnabrücker Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Wolfgang Schlüter, der seit November 1992 Honorarprofessor am Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften der Universität Osnabrück ist, hat jetzt seinen 60. Geburtstag gefeiert. Mit einer Würdigung seiner Arbeit gratulierte Prof. Dr. Rainer Wiegels, der als Althistoriker am Fachbereich lehrt und forscht und eng mit Dr. Schlüter kooperiert:

Daß Archäologie eine historische Wissenschaft ist, hat sich anscheinend selbst in universitären Kreisen noch nicht allenthalben herumgesprochen. Für die größten Zeiträume der Menschheitsgeschichte fördert nur der Spaten diejenigen Quellen zutage, auf denen unser Wissen vom homo sapiens als Kulturwesen beruht. Das besondere Forschungsfeld von Wolfgang Schlüter ist die Ur- und Frühgeschichte des "germanischen" Raumes von der Frühzeit bis tief in das Mittelalter hinein.

Osnabrück und einer weltweit über die Medien informierten Öffentlichkeit ist Wolfgang Schlüter vor allem durch die auch von der internationalen Forschergemeinschaft als hochbedeutend eingestuften Grabungen in Kalkriese bekannt. Seit nunmehr zehn Jahren werden hier Teile jenes Geschehens ans Licht gefördert, das als "Schlacht am Teutoburger Wald" in das Geschichtsbewußtsein der Deutschen eingegangen ist. Es ist an der Zeit, von diesen tradierten Etikettierungen eines komplexen historischen Vorgangs Abschied zu nehmen. In diesem Sinne verfolgt Wolfgang Schlüter eine vorurteilslose Präsentation und Deutung der Grabungsergebnisse.

Die wissenschaftliche Arbeit Schlüters allein mit Kalkriese zu verbinden, wäre aber eine Verkürzung seines Forschungsspektrums. Schon vor seiner Ernennung zum Stadt- und Kreisarchäologen galt seine Tätigkeit vor allem der Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens. In weit über 100 Veröffentlichungen hat er schon in der Vergangenheit einen wichtigen Beitrag zur Landesgeschichte geleistet. Daß Stadt und Landkreis ihrem Archäologen viele neue geschichtliche Erkenntnisse zu verdanken haben, ergibt sich nicht allein aus seinem Beruf, sondern auch aus seinem ausgeprägten Bewußtsein für das historisch Bedeutungsvolle des Lebensumfeldes.

Aus Sicht der Universität lag es nahe, Wolfgang Schlüter als Honorarprofessor zu gewinnen. Seither profitieren die Studierenden auf mehrfache Weise von der Zusammenarbeit insbesondere mit der Alten Geschichte. Lehrveranstaltungen, Exkursionen, Mitwirkung bei den Grabungen und verschiedene Projekte konnten nur durch die enge Kooperation erfolgreich durchgeführt werden. Erwähnt seien hier das inzwischen abgeschlossene studentische Projekt "Kalkriese: Römer im Osnabrücker Land - ein Forschungsprojekt im Internet" oder die Beteiligung von Studierenden an der Präsentation von Funden im Kontext von Ausstellungen. So ist auch die Aufnahme Schlüters in die Althistorische Kommission Niedersachsen und Bremen, der sämtliche Wissenschaftler dieser Disziplin aus allen Universitäten der beiden Bundesländer angehören, ein klares Votum für eine fachliche Zusammenarbeit.


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